smartifahrer
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Re: Reihenfolge der Netzwerkkarteninitialisierung

Sat Sep 22, 2018 1:06 pm

Ich habe immer noch den Verdacht das die Konfiguration des WLAN Interface nicht vollständig oder fehlerhaft ist. Auch ich habe wie mline mehrere Pis mal mit Wlan mal mit Kabel (immer via DHCP) laufen ohne Probleme.
Es gibt aber tatsächlich eine Reihenfolge. Sucht mal nach "debian interface priority" es gibt da den "metric" über den das geregelt wird.
Hast du schon deine /etc/network/interfaces hier gepostet? Vielleicht abe ich sie ja auch übersehen ;-)

JoergZ
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Re: Reihenfolge der Netzwerkkarteninitialisierung

Sat Sep 22, 2018 4:13 pm

EDIT Nicht Gelöst
Also das Rumwühlen im ARP-Cache war mir doch zu dubios, zumal erste Versuch, einen statischen Eintrag anzulegen, nichts gebracht haben.

Ich lasse es jetzt dabei, dass ich rth0 nicht konfiguriere, wenn ich das Gerät nur über WLAN erreichen kann/will.

@lbog: Herzlichen Dank für deine Beharrlichkeit und Geduld!

JoergZ
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Re: Reihenfolge der Netzwerkkarteninitialisierung

Sat Sep 22, 2018 4:57 pm

@smartifahrer
Wenn man mit systemd-networkd arbeitet, hat die Datei interfaces keine Bedeutung/Funktion mehr. Aber dennoch - hier ist sie:

Code: Select all

# interfaces(5) file used by ifup(8) and ifdown(8)

# Please note that this file is written to be used with dhcpcd
# For static IP, consult /etc/dhcpcd.conf and 'man dhcpcd.conf'

# Include files from /etc/network/interfaces.d:
source-directory /etc/network/interfaces.d
Und das Verzeichnis /etc/.../interfaces.d ist leer, der Dienst dhcpcd ist bei mir auch komplett disabled.

fbe
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Re: Reihenfolge der Netzwerkkarteninitialisierung

Sun Sep 23, 2018 8:12 am

Da steht
# For static IP, consult /etc/dhcpcd.conf and 'man dhcpcd.conf'
Welche schlechten Erfahrungen hast Du damit gemacht, die statischen IP-Adressen in /etc/dhcpcd.conf zu konfigurieren, dass Du Dich dazu entschieden hast, gegen die Distribution zu arbeiten?

Ich hab das gestern selbst mal durchgespielt, obwohl ich sonst WiFi gar nicht nutze. Land, SSID und Kennwort für WiFi in raspi-config einstellen, in /etc/dhcpcd.conf statische IP-Adressen für eth0 und wlan0 vergeben (ebenso Router und DNS-Server festlegen), LAN-Kabel abziehen, reboot - funktionierte. Funktioniert auch nur mit LAN und mit beiden Schnittstellen gleichzeitig. Und ich würde nicht sagen, dass ich mich dazu sehr belesen habe...

JoergZ
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Re: Reihenfolge der Netzwerkkarteninitialisierung

Sun Sep 23, 2018 8:53 am

@fbe
Dass die anderen Lösungen funktionieren, bestreite ich auch gar nicht. Ausgangspunkt der Konfiguration mit fester IP - auch schon in Zeiten vor systemd-networkd - war die Beobachtung, dass der Raspberry Pi deutlich schneller startet, wenn man auf DHCP verzichtet. Dies ist bis heute so geblieben. Der schnelle Start war für mich wichtig, weil ich einen Raspi mit MPD als Webradio betreibe. Da will man nicht dreißig Sekunden warten, bis der erste Ton kommt, sondern Radio an und die Musik spielt! (Dass selbst teure "Internetradios" ihre Benutzer mit diesen langen Wartezeiten quälen, steht auf einem anderen Blatt.) Und es ist belegbar, dass sobald dhcp(cd) im Spiel ist, die Bootzeit deutlich ansteigt. Z. B. kannst du dir Grafiken produziern lassen über

Code: Select all

systemd-analyze plot >dateiname.svg
.
die .svg-Datei(en) kannst du dir dann z. B. im Browser anschauen und dort siehst du als Balkendiagramm, wann die Prozesse starten, wie lange sie dazu brauchen und wer auf wen warten muss. Dass für einen Raspi, der Serverdienste leistet ein Startzeitunterschied zwischen 7,9 Sekunden oder 12,8 relevant ist, will ich auch nicht behaupten. Aber für ein Gerät, welches nicht ständig läuft, sondern im Prinzip nur eine einzige Anwendung bedient, macht das schon einen Unterschied. Mit systemd-networkd geht der Systemstart definitiv am schnellsten.

Selbst wenn ich in der dhcpcd.conf feste IPs vergebe, wir der komplette Daemon hochgezogen, was Zeit braucht - das allein bis zu 8 Sekunden. Und erst wenn er fertig ist, kann auf das Netzwerk und Internet zugegriffen werden.

Mit der guten alten interfaces Datei habe ich es erst gar nicht versucht, weil ich damit systemd dazu veranlasse, erstmal den Daemon für sysVinit zu starten (ja ich weiß, der wird aus Abwärtskompatibilitätsgründen sowieso gestartet), um dann den interfaces Dienst abzuarbeiten.

Ich finde systemd schon ganz gut, insbesondere auf Mehrkernprozessoren bringt es einen großen (Zeit-)Vorteil, weil nicht von einander abhängige Prozesse parallel gestartet werden können. Dort, wo es Abhängigkeiten zwischen Prozessen und Diensten gibt, kann mit systemd sehr gut die Reihenfolge und das Verhalten (z. B. kann man einem Dienst mitgeben, wenn er mit einer Fehlermeldung nicht gestartet wurde, dass er es nach X Sekiunden nochmal versuchen soll.) beeinflussen. Bei SysVinit wird alles nacheinander abgearbeitet und ich kann nur durch die Namen der Starter die Reihenfolge etwas steuern. Ich wollte halt ein System bauen, das möglichst konsistent mit systemd arbeitet.

Da meine Zeit nicht unendlich, mein Wissen nicht ausreichend - ich bin nur Computerlaie - und ich eine 95 %-Lösung habe - eth0 einfach komplett deaktivieren - stelle ich die "Forschungsarbeit" an diesem Thema erstmal ein.

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