Philipp F.
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Pi als NAS/Cloudspeicher | Einige Fragen

Thu Jan 04, 2018 12:27 pm

Hallo, mein Name ist Philipp, ich bin 17 Jahre jung und technikbegeistert, aber leider noch etwas unerfahren.
Falls ich in diesem Post widersprüchliche/sinnlose Aussagen machen korrigiert mich gerne, aber steinigt mich bitte nicht direkt ;)
Zudem will ich noch anmerken, dass ich zwar schon zuvor im Internet recherchiert habe, nun aber doch noch ein paar Fragen hätte, zb den "ordentlichsten Weg".

Zur Vorgeschichte:
Meine Mutter ist eine Person, die eine Vorliebe für (unnötige) Bilder und Videos hat und somit relativ viel Speicher verbraucht. Zur Zeit sind es ca 300GB, sie hat aber das meiste doppelt, dreifach oder auch vierfach, falls ein Speicher ausfällt. Nun sind ihr Handy, ihr Laptop und ihre ganzen USB-Sticks demnächst voll und sie verliert den Überblick, mir tut es schon beim zuschauen weh.


Meine Idee:
Ich will meinen Eltern einen geraideten Cloudspeicher schenken, der möglichst leicht zu benutzen ist, da sie nicht viel von Technik verstehen. Ich plane ein Gehäuse aus Holz zu bauen, in welchem der Pi und mindestens 4 Festplatten Platz haben, damit auch eine Möglichkeit zum Upgraden vorhanden ist.
Ich will aber, dass dieses Konstrukt möglichst professionell aussieht und hätte daher gerne nur ein Stromkabel, welches in das Gehäuse führt und den Pi und die Festplatten mit Strom versorgt.


Meine Bauteile (ich würde gerne möglichst wenig für zusätzliche Bauteile ausgeben, aber ein bisschen muss vermutlich sein):
RasPi 3b
RasPi Netzteil (5V, 2A)
Sata HDD (3.5", 1TB)
Sata SSHD (2.5", 500GB, hierfür vermutlich nutzlos)
USB HDD (1TB)
USB-Hub passiv (4 Port, USB 3.0, wäre also "Verschwendung")
USB-Hub mit aktiver Stromversorgung (12V, 2.5A, 9 USB 2.0 Ports + 2 Ladeports (1A & 2A, je 5V), würde ich gerne für das Projekt verwenden, da ich am PC nur noch den 3.0 Hub verwende.



Zur Umsetzung:
Meine Idee wäre, OpenMediaVault als Betriebssystem zu benutzen und zb Plex zu installieren, um meinen Eltern die Medienwiedergabe/-anzeige zu erleichtern (eventuell auch Nextcloud, um meinen Eltern zb. Autoupload ihrer Kamera- und Whatsappbilder am Handy zu ermöglichen). Zur Datenspeicherung ist zunächst ein 1TB Raid 1 geplant, jedoch soll im Gehäuse Platz für insgesamt mindestens 4, eher 6 Festplatten sein.
Mein größtes Problem ist die Stromversorgung:
Ich denke, die Sata HDD werde ich hierfür nicht verwenden können, da es sonst noch komplizierter wird, also muss ich wohl eine zweite 1TB USB-Platte kaufen...
Denkt ihr es wäre möglich, die Stromversorgung komplett über den USB-Hub laufen zu lassen? Also dass der RasPi vom 5V 2A Ladeport des USB-Hubs gepowert wird und ich dann alle USB-Festplatten auch in den Hub einstecke?
Denn ja, ich weiß, man sollte für den Pi ein richtiges Netzteil besorgen und ihn nicht an so ein Ladegerät anschließen, da es u.U. nicht konstant genug Strom liefert, aber in den Pi wird ja nichts mehr zusätzlich eingesteckt sein, was viel Strom zieht (wie zb Maus, Tastatur, HDMI-Kabel, USB-Speicher, etc) bis auf das LAN-Kabel.
Gibt es eine Möglichkeit zu testen, ob eine derartige Stromversorgung ausreicht? Was wären Alternativen? Ein Netzteil mit 12V einbauen und ein 5V Netzteil dahinter schalten? Ich würde nämlich nur ungern eine Mehrfachsteckdose in das Gehäuse bauen um den Hub und den Pi seperat zu powern...

Ein weiteres Problem ist für mich der Einbau der Festplatten:
Das Gehäuse wird hauptsächlich aus Holz sein wenn ich es selbst baue; wie kann ich die Festplatten am besten einbauen, ohne dass das komplette Case vibriert und störende Geräusche verursacht? Soll ich eine dünne Schaumstoffschicht zwischen den Boden des Gehäuses und den "Festplattenkäfig" legen?
Und worauf (außer Abstandhalter) muss ich achten, wenn ich den Pi in das Holzcase baue? Soll ich ihn lieber im Plastikgehäuse lassen? Ich habe noch nie ein Gehäuse selbst gebaut...


Ich hoffe, ihr könnt mir helfen, Antworten auf meine Fragen zu finden. Danke im Voraus ;)

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mline
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Re: Pi als NAS/Cloudspeicher | Einige Fragen

Fri Jan 05, 2018 3:43 am

Software RAID 1 über die langsame USB Schnittstelle der Pi... Das Ganze wird Superlahm werden.
Ist ja ohne RAID schon lahm.

Ich hab schon mal versucht die Pi als NAS einzusetzen. Inzwischen nutze ich ein mini-ITX System mit aufgelötetem SoC (ASUS J1800I-C) ;)
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Re: Pi als NAS/Cloudspeicher | Einige Fragen

Fri Jan 05, 2018 5:47 am

Auch auf die Gefahr hin gesteinigt zu werden, aber ich denke der Raspberry Pi ist hier nicht das richtige für dich. Wie mline schon geschrieben hatte, wird das alles recht langsam. Zumal der Pi als NAS generell schon suboptimal ist. Ich würde dir als ersten Tipp geben dir eine Fertige Lösung zu suchen. Ist das nichts für dich und du bist wie ich einer der gerne selber bastelt dann habe ich eventuell vor kurzen etwas gesehen was dir vielleicht helfen könnte. Schau mal nach dem Odroid Xu4 und dem Cloudshell2 Gehäuse dazu. Das könnte schon eher deinen Anforderungen gerecht werden.

http://www.hardkernel.com/main/products ... 9142327280

Das fand ich letztens recht interessant, war aber leider nix für meine Anforderungen.
http://technikegge.blogspot.de

Philipp F.
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Re: Pi als NAS/Cloudspeicher | Einige Fragen

Fri Jan 05, 2018 8:53 am

Ok, danke für die Antworten, ich muss hier anscheinend tatsächlich ohne Pi arbeiten :(

Der Odroid Xu4 sieht vielversprechend aus, ich habe diesen zwar schon zuvor in einem Pi vs Odroid Video betrachtet, jedoch schnitt er in diesem, trotz besserer Leistung, schlechter ab (war aber auf Benutzung der grafischen Oberfläche bezogen, welche ich nicht verwenden werde).

Ich denke, ich werde mich nun entscheiden müssen, ob ich mir den Odroid und das Gehäuse kaufe, oder einen gebrauchten Computer der Dell Optiplex Serie von eBay (die Teile sind leise, brauchen wenig Strom, haben aber auch wenig Leistung. Aber ich denke, die haben auch nur wenige Sata-Ports, da würde ich von einem NAS dieser Größe mehr erwarten...). Ein neues mini-ITX System zusammen zu stellen ist mir leider zu teuer, und mein jetziger PC, den ich umfunktionieren könnte, wird mit dem AMD fx6300 vermutlich zu viel Strom ziehen...

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mline
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Re: Pi als NAS/Cloudspeicher | Einige Fragen

Fri Jan 05, 2018 10:19 am

USB-Platten würd ich allgemein meiden wenn du RAID nutzen willst. Software RAID, JBOD oder sowas in der Art würd ich ebenfalls meiden.

Ich rate dir zu einem Mini-ITX System mit 4 SATA Ports. Dazu sei noch gesagt, die kleinen Intel SoC (auf jeden Fall Bay Trail) haben einen Bug im Powermanagment weswegen sie nur im C1 Modus arbeiten können. Alles darüber führt zu Systemfreezes. Gibt zwar versuche das im Kernel zu patchen, allerdings hat dass bisher zu keinem Ergebnis geführt.

Hier mal ein System für etwa €110 ohne Platten und Gehäuse (das wolltest du ja selbst bauen) mit SFX Netzteil
https://geizhals.at/asrock-t48em1-90-mx ... ml?hloc=at (das günstigste Board ist zum Glück ein AMD)
https://geizhals.at/mushkin-essentials- ... ml?hloc=at
https://geizhals.at/lc-power-lc200sfx-2 ... ml?hloc=at

*edit
Seh grad, dass der Chip beim asrock board wohl kein RAID kann. Das hier wäre das nächste in der Liste:
https://geizhals.at/biostar-a68n-5545-a ... ml?hloc=at (auch ein AMD sogar mit 4 Cores und etwas mehr Leistung bei beinahe selben TDP)
Das Board braucht allerdings "low voltage" Speicher der leider auch etwas teurer ist
https://geizhals.at/?cat=ramddr3&xf=440 ... E5831_DIMM
Last edited by mline on Fri Jan 05, 2018 10:27 am, edited 1 time in total.
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Philipp F.
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Re: Pi als NAS/Cloudspeicher | Einige Fragen

Fri Jan 05, 2018 10:26 am

Das sieht nicht schlecht aus, vielen Dank ^^

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Re: Pi als NAS/Cloudspeicher | Einige Fragen

Fri Jan 05, 2018 10:28 am

Nochmal lesen. Wegen RAM hab ich nochmal editiert.
<~~>

godlich
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Re: Pi als NAS/Cloudspeicher | Einige Fragen

Tue May 22, 2018 8:00 pm

Also mein Pi nutzt die 100 MBit download / 40 MBit Upload, die mir von meinem Internetprovider zur Verfügung gestellt werden, voll aus. Die Geschwindigkeit ist meiner Meinung nach kein Problem beim Pi.

Was sicher suboptimal ist: Der pi muss anscheinend erst Daten von dem Datenträger lesen und kann diese dann senden. D.h. größere Dateien brauchen wohl schon etwas länger zum downloaden. Wenn jemand ein tool zum Testen weiß, probiere ich das gerne mal. Aber firefox zeigt mir Geschwindigkeiten von 2-5 MByte / s an.

smartifahrer
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Re: Pi als NAS/Cloudspeicher | Einige Fragen

Wed May 23, 2018 8:13 am

Ich würd nichts Basteln. Ich habe gute Erfahrung mit den NAS von Synology gemacht.
https://www.synology.com/de-de/support/nas_selector
So sehr ich den Pi mag, wenns es ums schnelle und "sichere" Speichern geht vertraue ich auf ein gutes NAS. Die Fotos usw. sind immerhin ein Teil des Lebens deiner Eltern.

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