Raspberry Pi als Fileserver nutzen


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by Pangu » Tue Dec 18, 2012 7:23 pm
Hallo liebe deutsche RPi-Gemeinde,

ich habe mir einen Raspberry Pi aus UK gekauft, und zwar das 512MB Modell, mit dem Code 7 (laut cpuinfo). Ich denke/hoffe, das sollte ziemlich aktuell sein. Als Zubehör habe ich mir gleich von Edimax den kurzen und schmalen 150MBit/s WLAN USB-Adapter gekauft, die Logitech k400 Tastatur inkl. dem integrierten Touchpad und eine 32GB SD-Karte, die ich vorher aufgrund einer RPi-Kompatibilitätsliste recherchiert habe. Ein passendes Gehäuse habe ich mir heute dazubestellt. Auf die SD-Karte habe ich Raspbian Wheezy installiert und die restliche Speicherkapazität auf die root-Partition extended. Den RPi habe ich dabei mit einem 1000mA Netzteil betrieben. Mir ist jedoch nach mehreren Konstellation-Tests aufgefallen, dass ich nicht gleichzeitig beide USB-Ports belegen konnte durch den Logitech-USBadapter und den EDImax WLAN-Adapter. Dabei scheint der Pi irgendwann eine Art kernel panic beim booten gebracht zu haben. Ich vermute stark, dass der Strom nicht ausgereicht hat, zumal in der Anleitung des RPi steht, dass beim 512MB Modell 700-1200mA vorausgesetzt werden. Mein RPi läuft auf dem standard Takt, da habe ich noch nix mit Übertakten rumgefummelt. Meine Fragen nun:

(1.) Liegt es tatsächlich am unzureichenden Strom, dass der nicht bootet, wenn beide Ports durch meine zwei USB-Adapter belegt wurden? Wenn ja, welches Netzteil würdet ihr mir denn hierzu empfehlen? Ich hab schon etliche Shops durchforstet, ich finde kein Netzteil mit microUSB Anschluss, dass 5V und 2000mA (=2A) liefern kann. Auf eBay habe ich DIESES NETZTEIL MIT 1,2A gefunden, würde das eurer Meinung nach genügen und ich könnte damit problemlos den RPi auf Dauerlast betreiben?

(2.) Wenn ich es richtig verstanden habe, sollte ich doch auf Raspbian ebenso auch den Samba-Server installieren können, ist das überhaupt richtig? Wenn ja, kann ich den auch als Logonserver (=DC, Domänencontroller) nutzen? Hat das jemand schon mal versucht? Wenn nicht, würde es mir schon genügen, wenn ich wenigstens Fileserverdienste, also Freigaben, nutzen könnte.

(3.) Damit verbunden stelle ich mir auch die Frage, wie ich den Festplattenspeicher erweitern könnte, um mehr als meine bisher verfügbaren 30GB der SD-Karte bereitzustellen? Ich hab noch eine kleine NAS (so 'n Gehäuse mit 'ner normalen SATA-Platte konnektiert, da läuft 'n Webbrowser drauf zur Konfiguration, und das ganze wird als Windows- oder CIFS-Freigabe freigegeben). Könnte ich den RasbPi konfigurieren, damit er auf diese NAS zugreift und nutzen kann? Oder muss ich zwangsweise direkt eine USB-Festplatte an den RPi anschließen? Und worauf muss ich dann achten, welche USB-Platte mit ca. 1TB würde sich hierfür empfehlen?

Fragen über Fragen. Bitte habt Erbarmen mit einem Vollblutanfänger des Rasbperry Pi :D Ich bedanke mich schonmal ganz herzlich an Alle im Voraus.

Grüße,
Pangu.
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by -heisenberg- » Wed Dec 19, 2012 6:02 am
Ist doch kein Ding:

Code: Select all
sudo apt-get install samba


Dann passt du die /etc/samba/samba.conf an. Meine sieht so aus:

Code: Select all
[global]
   workgroup = WORKGROUP
   server string = %h server
   dns proxy = no
   log file = /var/log/samba/log.%m
   max log size = 1000
   syslog = 0
   panic action = /usr/share/samba/panic-action %d
   security = user
   encrypt passwords = true
   passdb backend = tdbsam
   obey pam restrictions = yes
   unix password sync = yes
   passwd program = /usr/bin/passwd %u
   passwd chat = *Enter\snew\s*\spassword:* %n\n *Retype\snew\s*\spassword:* %n\n *password\supdated\ssuccessfully* .
   pam password change = yes
   map to guest = bad user
   usershare allow guests = yes

[homes]
   comment = Home Directories
   browseable = no
   read only = no
   create mask = 0700
   directory mask = 0700
   valid users = %S

[media]
   path = /media
   read only = no


Zum Schluss brauchst du noch einen User, der EXAKT den selben Namen und das selbe Passwort hat wie dein Windows User:

Code: Select all
sudo adduser horst
sudo pdbedit -a -u horst


Wenn du nach dem Passwort gefragt wirst gibst du dein Windows Passwort ein. Das wars auch schon.

Eine Kleinigkeit noch: wenn du wie bei mir oben ein Share für /media machst, dann erscheinen dort eingesteckte USB-Speicher. Das ist sehr praktisch, da man z.B. eine USB-Platte anstecken kann und sie sofort im Netz sieht ohne irgendwas tun zu müssen. Diese Laufwerke werden aber unter dem standard Desktop user gemountet (pi). Um auf sie zugreifen zu können musst du in der /etc/lightdm/lightdm.conf die Zeile "autologin-user=pi" auf deinen Usernamen ändern (danach rebooten).

Bevor du USB-Laufwerke dann wieder absteckst musst du sie allerdings manuell unmounten!

Vom RasPi auf ein CIFS share zuzugreifen ist auch kein Problem:

Code: Select all
sudo mount -t cifs //meinserver/share /mnt -o user=horst


Wegen deinen Stabilitätsproblemen: miss mal im Betrieb die Spannung zwischen TP1 und TP2.
arm_freq=1100 / core_freq=500 / sdram_freq=450 / over_voltage=6
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by Borner » Wed Dec 19, 2012 8:17 am
(1.) Liegt es tatsächlich am unzureichenden Strom, dass der nicht bootet, wenn beide Ports durch meine zwei USB-Adapter belegt wurden?

Ja, das kann sein. Ich nutze diesen http://www.amazon.de/dp/B003DN3API/ref= ... KAKR8XB7XF und bin damit sehr zufrieden. Ein Kabel geht zum RPi, das andere zum powerd USH HUB, an dem eine USB 3 Platte hängt.

(2.) Wenn ich es richtig verstanden habe, sollte ich doch auf Raspbian ebenso auch den Samba-Server installieren können, ist das überhaupt richtig? Wenn ja, kann ich den auch als Logonserver (=DC, Domänencontroller) nutzen? Hat das jemand schon mal versucht? Wenn nicht, würde es mir schon genügen, wenn ich wenigstens Fileserverdienste, also Freigaben, nutzen könnte.


Samba geht auf jeden Fall, das nutze ich täglich. Einen Smaba DC wirst du auch aufsetzen können. Du mußt nur wissen, wozu. Sollen die Benutzer sich darüber anmelden und das Profil ablegen? Du mußt dir bewußt sein, dass der RPi kein Hochleistungsrechner ist und bestenfalls 5-8MB/s Durchsatz hat. Da würde ich nicht mein Windows Profil ablegen wollen! ;-)
Als Fileserver macht er sich ganz gut.

(3.) Damit verbunden stelle ich mir auch die Frage, wie ich den Festplattenspeicher erweitern könnte, um mehr als meine bisher verfügbaren 30GB der SD-Karte bereitzustellen? Ich hab noch eine kleine NAS (so 'n Gehäuse mit 'ner normalen SATA-Platte konnektiert, da läuft 'n Webbrowser drauf zur Konfiguration, und das ganze wird als Windows- oder CIFS-Freigabe freigegeben). Könnte ich den RasbPi konfigurieren, damit er auf diese NAS zugreift und nutzen kann? Oder muss ich zwangsweise direkt eine USB-Festplatte an den RPi anschließen? Und worauf muss ich dann achten, welche USB-Platte mit ca. 1TB würde sich hierfür empfehlen?


Du kannst ein NAS beim RPi einbinden. Welches Protokoll du nimmst, hängt davon ab, was dein NAS kann. Am besten NFS, da weniger overhead als CIFS.
Ich für meinen Fall habe eine TerraByte Platte dran hängen. Allerdings nicht direkt am RPi, sondern am powered hub. Die SD Karte würde ich nicht als Speicherplatz nutzen, da SD Karten nur begrenzte Schreib-/ Lesezyklen haben. Wichtig bei der Platte wäre eigentlich nur, dass es eine 2,5 Zoll Platte ist, da diese meist weniger Strom verbrauchen als 3,5" Platten.Performance der Platte ist zweitrangig, da nicht die Platte, sondern der RPi der Engpass ist.
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by Pangu » Wed Dec 19, 2012 11:11 am
Vielen Dank für eure ausführlichen Erläuterungen soweit. Jetzt muss ich doch glatt noch mal gegenfragen:

- wieso limitiert der RPi? Weil die CPU oder der netzwerkverantwortliche Chip mit dem "Datenschaufeln" nicht hinterherkommt? Ich hatte mir erhofft, dass wenn ich FastEthernet anschliesse, ich so auf 11MB/sec kommen würde, wie es in einem performanten LAN eben üblich ist. Das bedeutet also, dass ein RPi selbst an einem Gigabit-Switch angeschlossen einfach nichts draus machen kann, oder? schade :( ich hab da wohl einiges erwartet von diesem kleinen 'Wunder' :mrgreen:

- wegen der Stromversorgung, habe ich mir jetzt mal dieses 2A Netzteil gekauft und wart mal ab was da wird. Ich hab auch glücklicherweise diesen sehr informativen Artikel auf englisch gefunden, der das Stromproblem beim RPi deutlich beschreibt. Es wird auch erklärt, welche Spannungen anliegen müssen und welche Messpunkte es gibt. Sobald mein Netzteil da ist, werd ich das auch mal messen und mich vergewissern, dass es passt. Ich denke auch, dass eine stabile Stromversorgung ein Muss ist, damit der RPi auch stabil laufen kann.

- Könnt ihr mir eine gute Festplatte empfehlen, die ich an den Aktiv-Hub meines RPi anschließen könnte, und mindestens 1TB bringt?
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by -heisenberg- » Wed Dec 19, 2012 11:48 am
Gigabit bringt dir genau garnix, da der RasPi nur 100Mbit hat. Die 10MB/s schafft er auch problemlos. Ausser deine Platte ist mit NTFS formatiert, da gehen nur 8,5-9MB/s (bei 1100 MHz), da ntfs-3g sehr CPU intensiv ist.

Was für eine Platte du kaufst ist dann relativ egal, weil die 100Mbit sowieso der Flaschenhals sind. Dein Netzteil reicht locker aus. Probleme kanns geben wenn die F3 einen zu hohen Widerstand hat.
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by Pangu » Wed Dec 19, 2012 12:39 pm
Ich hab denselben oben erwähnten Belin Stromadapter, und soeben ausprobiert. Er packt zwar den Bootvorgang, aber am Loginprompt funktioniert die Tastatureingabe nicht. Daraufhin habe ich mal den WLAN-USBadapter entfernt und neu gebootet. Am System angemeldet und mit apt-get update && apt-get dist-upgrade am Arbeiten gewesen. Zwei mal ist mir die Netzwerkschnittstelle eth0 einfach abgeschaltet worden. Der hat keine IP mehr gehabt, das if war down. Musste es manuell neu starten und mir mit dhclient ne Lease holen. Ich vermute also, dass die 1A nicht ausreichen, oder dass dieser Belkin Adapter nicht ausreichte. Wie gesagt, ich habe den Code 7, mit 512MB RAM. Ich weiß nicht, ob die mehr Strom fressen. Ich warte mal ab, bis mein 2A Stromteil ankommt. Kann es denn sein, dass Ladegeräte nicht empfehlenswert sind für den Betrieb des RPi ? Ich meine mich erinnern zu können, dass Ladeteile nicht so stabile Spannungen liefern, wie ein richtiges Netzteil das keine Ladeautomatik inbegriffen hat. Vielleicht erkennt das Ladeteil irgendwann Veränderungen des RPi und schaltet weniger Spannung durch?

Was ist der Unterschied zwischen Ladenetzteil und normalen Tischnetzteilen? Da muss es doch Unterschiede geben? Ein Tischnetzteil hat wohl keine Ladeautomatik ,damit er automatisch abschaltet und Spannungen oder Ströme regelt, sondern liefert immer den beanspruchten Strom des Verbrauchers, oder täusche ich mich? Somit müsste doch für den Raspberry tatsächlich ein Tischnetzteil verwendet werden, ohne Ladeautomatik und so 'n Kram.
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by Pangu » Wed Dec 19, 2012 2:02 pm
Und kannst du mir bitte noch das Problem mit den Lese-/Schreibzyklen und der begrenzten Lebensdauer der SD-Karte näher erläutern? Was soll ich mir darunter vorstellen? Angenommen ich würde per rsync täglich Daten auf diese sd-Karte syncen (=schreiben), wie lange würde die SD-Karte quasi 'leben' ? Ich würde aus Mobilitätsgründen immer lieber einen Speicherbaustein, als eine mechanische Festplatte nutzen wollen. SSD wäre aber hier wohl etwas teuer und oversized für den RPi, daher dachte ich an die interne SD-Karte, die eh schon verbaut ist. Hatte mir extra deswegen eine Class10 mit 32GB besorgt. Oder wäre da als Alternative ein großer USB-Stick (klar, da hab ich weniger Speicherplatz, aber immerhin, der ist klein und hat keine mechanisch beweglichen Teile) besser? z.B. so ein 128GB Stick ? Oder hätte man da dieselbe Problematik wie bei der SD-Karte mit der begrenzten Lebensdauer x ?
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by Yggdrasil » Fri Dec 21, 2012 2:11 am
Hallo,

wenn du rsync verwendest, werden ja schon nur die Dateiunterschiede von Quelle und Ziel geschrieben. Solange das pro Tag <100 MB sind, hält die SD-Karte das Monate oder Jahre aus.
Allerdings hängt die Lebensdauer auch von der Wahl des Dateisystems und davon ab, ob Journaling aktiviert ist. (Mich wundert, dass bei Raspbian Journaling aktiviert ist. Hat mir beim Wiederherstellen kaputter Partitionen gefühlt nie geholfen.)
Das ist aber irgendwie eine Wissenschaft für sich und ich weiß bis heute nicht, welche Einstellungen sich für SD-Karten eignen ;-)
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Joined: Sun Aug 26, 2012 8:45 pm