15 Sek. Stromausfall überbrücken?


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by plo » Fri Jan 04, 2013 7:51 am
Hi,

ich bin gerade dabei mit dem Raspi am herumbasteln um eine Maschine für die Fernwartung verfügbar zu machen.
Klarerweise sind die Vorgaben meines Chefs, den Preis möglichst gering zu halten.

Es geht darum eine Maschine, der PC sich aufgehängt hat, Remote neu zu starten.
Ich hab also einen Pi genommen mit einer Relaisplatine kombiniert und eine kleine Website dafür gemacht.
Das Problem ist, das der Pi natürlich auch auf der Spannungsversorgung der Maschine hängt.
Lösung 1:
Den Pi mit der Relaisplatine mittels eines PS auf 230V hängen - Teuer
Lösung 2:
Den Pi, oder die Relaisplatine min. 15 Sek. mittel Batterie oder Kondensator am Leben erhalten und neu starten lassen.

Nur sind meine Elektronikkenntnisse recht bescheiden und darum bitte ich euch um Hilfe.

Wie kann ich das am billigsten Lösen?

Dankeschön und einen schönen Ferien/Arbeitstag.

Lg

Thomas
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by naicheben » Fri Jan 04, 2013 8:41 am
Es gibt Kondensatoren mit 1 Farad und 5,5V. Den könntest Du über die 5V vom Netzteil des betroffenen PCs dauergeladen haten (über Diode). Der würde den Pi dann für ca. 10-15 Sekunden überbrücken können. Zumindest in der Theorie :D
Ich glaube die Dinger heißen GoldCap.
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by Hiswif » Fri Jan 04, 2013 9:10 am
Heho.

Das dürfte kein großes Problem darstellen. Leider habe ich auf die schnelle jetzt nicht den Post gefunden den ich gesucht habe, aber der hier ist auch ein Ansatz.
http://www.mikrocontroller.net/topic/141981

MfG

His
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by diereinegier » Sat Jan 05, 2013 9:52 am
Suche mal bei Google nach "schwungrad usv". Die ersten Treffer sehen zwar sehr "groß" aus, aber die Idee ist gut, meint der ERGO-Versicherungsvertreter.
Download my repositories at https://github.com/GeorgBisseling
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by Hiswif » Sat Jan 05, 2013 6:25 pm
Ui das mal ne lustige Geschichte ;;

Aber meiner Meinung nach bissl drüber :D Sowas kann sich doch bestimmt wieder keiner Leisten.

Mein Ansatz wäre ne Schaltung mit nem sagen wir mal 3V7 handy Akku, 3 normalen NIMH Akkus oder ohne Akkus mit 3 handelsüblichen Batterien und nem Step-Up-Converter ala MAX8815A der ab 2V5 1A Strom liefert. Die Variante ohne Akkus, mit normalen Batterien würde ich für den Anfang versuchen, da du beim laden von Akkus (vorallem Li-Ion) aufpassen musst und noch ne extra Ladeschaltung brauchst. Damit läuft dein Pi bestimmt einige Minuten ohne Strom. Allerdings weiß ich nicht wie es sich verhält wenn deine Relaise anziehen, bzw. ob 1A dann noch für alles genug ist.

Wenn du ihn länger ohne Netzstrom laufen lassen willst würde ich dir zu nem Blei-Akku raten und nem Step-Down-Conveter wie z.B. http://de.farnell.com/tracopower/tsr-1-2450/wandler-dc-dc-24v-5v-1a-sip/dp/1696320 oder etttlicher andere. Je nachdem was du für Akkus benutzt. Ich habe meine einfach von nem nichtmehr funktionierenden Akkuschrauber. Damit dürften auch deine Relaise mit ausreichend Saft versorgt werden können, wenn du nen zweiten davon einfach für die Stromversorgung der Relaise nimmst.
Das schöne an den Bleigel Akkus ist das sie keine Spezielle Ladeschaltung benötigen und auch sonst sehr sehr Pflegeleicht sind. Stell dir einfach vor du hast ne Stromquelle die die nötige Spannung zum laden der Akkus liefert, die Akkus und Parallel zu den Akkus den Step-Down und dahinter den Pi. Fällt die Stromquelle aus, liefern die Akkus den Strom, da sie ja Parallel zum Netzteil sitzen. Wie gesagt würde ich es damit probieren. Achtung aber, Bleiakkus fliegen die bei falschem Laden zwar nicht um die Ohren wie Li-ION oder LI-Polymer akkus aber sie können ab ner gewissen Spannung ausgasen. Die ausgasspannung entnimmst du einfach dem Datenblatt. Die Ladespannung sollte sich unterhalb befinden.

So ich hoffe ich konnte dir ne Idee leifern. Natürlich lasse ich mich nicht haftbar machen ;) aber wenn einer Verbesserungen, Berichtigungen oder gar andere Ideen hat immer her damit. Meine Erfahrungen auf dem Gebiet sind rein theoretischer Natur.

MFG

His
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by kyb » Sat Jan 05, 2013 8:09 pm
Mal was anderes.
Muss die Maschine vom Strom getrennt werden? Ich würde mit dem Pi über eine kleine Schaltung an einem GPIO den Reset des Mainboards auslösen. Da muss man nicht mit 230V arbeiten und kann für den Pi die 5V der zu resetenden Maschine verwenden.

Gruss
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by Hiswif » Sat Jan 05, 2013 9:14 pm
Wie meinst du das?
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by kyb » Sun Jan 06, 2013 11:26 am
Die (wenigen) Server, die durch meine Hände gegangen sind hatten alle einen Resetknopf wie ein ganz normaler PC auch. Beim drücken des Resetknopfes wird ein Pin des Mainboards entweder auf High oder auf Low gezogen (muss man mittels Multimeter bestimmen) und damit der Reset ausgelöst ohne dass man den Rechner vom Strom trennen muss.
Einen solchen Reset kann der Pi über GPIO + ein paar Bauteilen im Gesamtwert von ca. 1€ auslösen. Billig, einfach, keine mechanischen Bauteile und kein Gefummel mit 230V.

Bei der Gelegenheit würde ich an den Pi noch nen Temperatursensor zur Überwachung der Serverschranktemperatur anhängen.

Gruss
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by cake » Sun Jan 06, 2013 11:31 am
Hi,

ich habe es nur kurz überflogen. Aber wäre nicht am einfachsten Du kaufst z.B. einen usb akku?

Anstatt den PI direkt an den Strom anzuschliessen schaltest Du die Power Bank dazwischen:

http://www.amazon.de/gp/product/B005JSG ... d_i=301128
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by cake » Sun Jan 06, 2013 11:34 am
Hi,

ich würde ja einfach so eine Power Bank dazwischen schalten.

http://www.amazon.de/gp/product/B005JSG ... =computers
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by Hiswif » Sun Jan 06, 2013 5:21 pm
Heho,

also jetzt versteh ich den Reset Knopf. Das dürfte kein Problem darstellen. Mit nem bissl mehr bauteilen kannste auch das Netzgerät/Akku überwachen lassen und (bei bedarf) den Neustart der Rechner auslösen wenn das Netzteil wieder Spannung leifert und du somit weißt das der Strom wieder da ist. Wenn der Pi natürlich hängt nutzt auch der nix ;)

Die Akkupacks die vorgeschlagen wurden kannst du probieren. Wie diese Geräte allerdings reagieren wenn sie 24/7 am Netz hängen, den Strom quasi durchschleifen und der Akku nur im Ausnahmefall benutzt wird kann ich dir nicht sagen. Könnte mir vorstellen das der Akku daruter leidet. Näheres weiß man aber nur wenn man die Schaltung und den Akku kennt. Das man die als Backup-UPS benutzen kann ist so ne Sache die man probieren müsste.

Die frage ist jetzt eigentlich was deine Voraussetzungen sind und was der Anwendungsbereich expliziet ist. Ich fass di mal kurz zusammen was ich bisher hier rausgelesen habe. Bitte korrigiere was nicht stimmt.

1. Das Einsatzgebiet ist eine Firma. Also brauchst du es Ausfallsicher, Professionell und Ökonomisch.
2. Der Pi dient als Schalter für die anderen Rechner der Firma. Fällt also der Pi aus (Stromversorgung vom Pi) bedeutet das Stillstand und damit Einnahmeverlusst?
3. Dein Chef möchte es eher Billig als "vernünftig"

Daraus ergeben sich natürlcih ein Paar Fragen.

1. Du redest von nem Serverschrank. Also muss deine Lösung nicht Portabel sein?
2. Wieso nicht gleich den Serverschrank mit ner UPS absichern? Ich weiß das das einiges kostet, aber bei dir scheint es ja um Geld zu gehen.
3. Resultiert aus zweitens. Wie Ausfallsicher muss das ganze denn sein? Wieviel verlusst habt ihr durch nen Stromausfall. (Keine Zahlen bitte ;)
4. Möchtest du es selber bauen (wegen anreiz) oder möchtest du ne Komplettlösung?
5. Hängt die Ralaise platine an nem extra Netzteil?

MFG

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by Hiswif » Sun Jan 06, 2013 6:03 pm
Hab mal ne kleine Schaltung zusammengestellt wie ich sie mir Denken könnte. Wer Fehler findet bitte melden und korrigieren. wie gesagt ist grad so schnell zusammengebastelt.

PI-UPS.JPG
PI-UPS.JPG (56.3 KiB) Viewed 2975 times


Die Netzteilespannung sowie R1 musst du dir aus den daten des Akku berechnen, da R1 den max Ladestrom vorgibt, sowie die Ladespannung am Akku. C1, C2 und L1 entnimmst du dem Datenblatt des Step-Down. Als Akku würde ich nen 12V Akku nehmen.

Wie gesagt, alles nur Theorie und selber noch nicht gebaut. Daher alles 3mal checken!!!

MFG

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by raspiprojekt » Tue Oct 22, 2013 12:30 pm
Ab Dezember wird es eine gute Lösung geben. Eine kleine USV für den Raspberry. Eine zusätzlich gelieferte Software sorgt dafür, dass der RasPi automatisch regulär runterfährt, wenn der Saft weg ist, hochfahren geht ja von allein, wenn die Spannung wieder anliegt. Auf www.piusv.de kann man vorbestellen. Ich bin mir sicher, dass die Entwickler auch eine Zeitkonfiguration in die Software einbauen können.
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by ghp » Wed Oct 23, 2013 6:45 am
Hallo,

gäbe noch eine andere Vorgehensweise:
ein PI läuft an der Stromversorgung des Servers. Dieser Pi hat einen Arduino FIO als Slave, der wiederum das Relais schaltet welches (Server, PI, FIO) für 15 Sekunden vom Stromnetz trennt. Pi geht dann auch runter für kurze Zeit, aber ok.

Der Fio hat onboard bereits eine Ladeschaltung für einen NIMH Akku und wird normalerweise aus einer usb-Buchse geladen.
Der Pi steuert den FIO über GPIO an und initiiert das restart-Signal (reboot in 10 sec). Dann fährt sich der Pi runter (sudo halt).
Nach 10 sec schaltet der FIO das Relais aus und nach ein paar Sekunden wieder ein. Pi bootet wieder. Dann kann das Spiel von vorne beginnen.

Vorteil: alle Komponenten verfügbar, keine Sonderentwicklung erforderlich.

Grüsse
Gerhard

PS: wo man drüber nachdenken sollte: wie man das System regulär vom Netz trennt. Hier muss das auch der FIO erkennen können und sich schlafen legen, um den Akku zu schonen. Sonst ist nach einer längeren Wartungsphase der Akku leer und ein sofortiger Reboot über Pi schlägt fehl.
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by raspiprojekt » Wed Oct 23, 2013 12:48 pm
@Gerhard: Im ganz konkreten Fall könnte man das so machen. Viele Nutzen den RasPi aber auch als Standalone zur Hausautomation oder als Mediacenter, da wäre der Schutz mit der USV-Platine glaube ich ideal.

Wenn ich mir so ansehe, was die Entwicklung und Herstellung von Platinen so kostet, kann man vor den Entwicklern des Raspberry immer wieder nur den Hut ziehen. Ist also kein Wunder, wenn manche Erweiterungen sogar teurer als der RasPi selbst sind. Das verfälscht das Bild etwas. Nicht die Erweiterungen sind teuer, sondern der RasPi ist so preiswert. Würde der 150 Euro kosten, würden wir uns alle freuen, Erweiterungen für 20 Euro zu bekommen.
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